VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Annika  |  Chantal  |  Charlotte  |  Feli  |  Franzi  |  Fritz  |  Hanna  |  Laura H  |  Laura M  |  Lena  |

Lina  |  Maida  |  Mareike  |  Matthis  |  Merlit  |  Miri  |  Paul  |  Pauly  |  Rebekka  |  Renke  |  Tabea  |

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

Blogeintrag 9

Autor: Chanti | Datum: 06 August 2018, 10:57 | 0 Kommentare

Moin,

ich weiß, dass dieser Blogeintrag lange auf sich warten lassen hat. Im Moment bin ich sehr damit beschäftigt mich von meinen lieben hier zu verabschieden. Vor ein paar Tagen habe ich mich offiziell von den Schülern und den Lehren  verabschiedet, da die Ferien wieder angefangen haben. Gestern habe ich mit der Schwesternschaft hier in Rubengera zusammen zu Abend gegessen und mich auch offiziell verabschiedet. Es bricht mir wirklich das Herz tschüss zu sagen, weil ich in sowas nicht gut bin. Alle sind mir so sehr ans Herz gewachsen und es sind viele Tränen geflossen, was sich wahrscheinlich die nächsten Tage auch nicht ändern wird.

Es sind wunderbare Kinder in der Schule, die einem immer ein Lachen ins Gesicht zaubern können, egal wie genervt oder traurig man ist. Es ist unfassbar sie öffnen dir dein Herz, schenken dir Bewunderung und lieben dich so wie man ist. Ich war noch nie stolzer und dankbarer solche Kinder unterrichten zu dürfen. Auch die Lehrer haben mich direkt Respektiert, aufgenommen und haben mir immer geholfen, wenn irgendwas war. In meinen Augen hatte ich das perfekte Projekt, wo ich vor allem jetzt in der zweiten Hälfte des Jahres, nochmal richtig in meinem Aufgabenfeld aufgehen konnte. Die Schule ist wie eine zweite Familie für mich geworden…

Auch die Schwestern haben mich immer mit offenem Herzen empfangen und ich war immer willkommen, was eins der schönsten Gefühle ist, willkommen zu sein.

Nun sind es nur noch ein paar Tage hier und die werde ich so gut es geht nutzen, daher ist das auch mein letzter Blogeintrag. Auch wenn ich es noch immer nicht realisiere, ist das Jahr  in Ruanda bald zu Ende und ich kann sagen, dass ich noch nie in einem Jahr so viel gelernt habe. Ich bin sehr in mir gewachsen und habe mich auch verändert. Es gab schwierige Zeiten aber auch sehr schöne Zeiten, die ich nie vergessen werde. Ich bin davon überzeugt das so ein Jahr viel mit einem macht und man viel dazu lernt. Es ist eine große Bereicherung und auch wenn ich ein schlechten Start hatte kann ich jetzt sagen, dass ich nichts bereue und das es das alles wirklich wert war. Ruanda hat mein Herz gestohlen und ich werde auf jeden Fall zurück kommen.

Ein großes Dankeschön auch an euch! Danke das ihr euch so für mich interessiert habt und mich im diesem Jahr unterstützt und begleitet habt. Ich hoffe, dass ich euch einen guten Einblick geben konnte und ich euch das kleine Land Ruanda mit all seiner Vielfältigkeit näher gebracht habe. Ich freue  mich schon sehr euch dann bald wieder zu sehen und euch persönlich zu erzählen, wie mein Jahr hier war und eure Fragen zu beantworten.

Das war es dann auch schon von mir, da ich wie gesagt meine letzte Zeit hier nutzen möchte. Vielen Dank für alles und bis bald.

Liebe Grüße eure Chantal Smile

 

 

 

Blogeintrag 8

Autor: Chanti | Datum: 12 Juni 2018, 17:33 | 0 Kommentare

Moin liebe Leser/innen,

ich weiß ihr habt schon lange nichts mehr von mir gehört. Das liegt daran, dass mir im Moment bewusst wird das ich nicht mehr lange in Ruanda bin. Für mich geht es nämlich in 2 Monaten zurück nach Deutschland, da mein Freiwilligendienst dann zu Ende ist, was sich noch sehr eigenartig anfühlt. Es ist gerade so schön hier und ich versuche noch alles mit zu nehmen was ich kann. Meiner Meinung nach gehen 2 Monate sehr schnell um, sodass ich meine Zeit im Moment lieber anders nutze, als viel am Laptop zu sein.

Trotz allem möchte ich euch gerne von dem Besuch meiner Cousine erzählen. Am 13. Mai kam meine Cousine nach Ruanda um mich zu besuchen. Am Flughafen in Kigali angekommen, musste sie erfahren, dass ihr Gepäck noch in Amsterdam liegt und sie es am nächsten Tag abholen soll, also alles halb so wild. Die ersten paar Tage haben wir in Kigali verbracht. Sie war sehr erstaunt von der Stadt, da Kigali eine moderne Stadt ist und viele sich „Afrika“ gerne mal anderes vorstellen, da von den Medien auch nur immer die eine Seite (Armut, schlechte Straßen usw.) präsentiert wird. Doch, dass es in jedem Land auf der Welt Armut und Reichtum gibt und das der Kontinent Afrika nicht nur aus Busch, Wüste, Regenwäldern, Dörfern und Volksgruppen besteht wird oft nicht gezeigt oder erwähnt. Die Spanne zwischen Arm und Reich ist zwar sehr groß aber trotzdem ist Ruanda ein sehr zivilisiert, modernes, sicheres und eigenständiges Land.  

In Kigali haben wir auch das „Genocide Memorial site“ besucht. Von dem Genozide habe ich in meinem letzten Blogeintrag berichtet. Das Museum soll an den Genozide erinnern. Es ist sehr interessant und auf jeden Fall Empfehlenswert. Oft sind mir die Tränen gekommen weil einem vor allem der Genozide in Ruanda aber auch andere Genozide sehr nahe gebracht werden.

Am letzten Tag in Kigali sind wir mit anderen deutschen Freiwilligen in den Akagera Park gefahren und konnten dort die Tier, wie Affen, Zebras, Antilopen, Hippos usw. in ihrem freien Wildleben beobachten. Leider fand der Elefant das nicht so lustig und ist laut geworden und dann auf uns zu gerannt, wir sind so schnell es geht weg gefahren, weil das ganz schön gefährlich war.

Mit dem Bus sind wir weiter nach Musanze gefahren mein zweites Zuhause in Ruanda. Die Stadt ist einfach wunderschön mit dem Blick auf die Vulkane und auch sehr Modern mit vielen tollen Menschen. Wir haben dort Ida besucht, sie ist auch eine Freiwillige aus Deutschland und eine sehr gute Freundin von mir. Leider ist Musanze 4,5 Stunden von Rubengera entfernt aber da Bus fahren hier sehr günstig ist kann man das mal machen.

Nach dem Besuch in Musanze sind wir dann auch nach Rubengera gefahren. Da es in Rubengera deutlich wärmer ist als in Musanze, war es für Wiebke eine ständige Umstellung, was sie aber echt gut mit gemacht hat. Auch wenn Ruanda ein kleines Land ist, ist es trotzdem sehr vielfältig. In Rubengera konnte ich ihr dann mein Projekt zeigen in dem ich arbeite sie wurde von den Lehrern und Schülern herzlich begrüßt.

Ziemlich zum Schluss von ihrem Aufenthalt sind wir dann noch zum „Nyungwe Forrest“ gefahren. Dies ist der Regenwald, wo ich mit meinen Eltern auch war. Da einem die Höhe und hohe Luftfeuchtigkeit dort ganz schön fertig machen kann sind wir nur eine kleine Tour gelaufen, die sich aber sehr gelohnt hat, da der Regenwald einfach der Hammer ist.

Als wir dann zurück nach Kigali zum Flughafen gefahren sind,  haben wir nicht damit gerechnet, dass in Kigali viel auf den Straßen los ist um diese Zeit, sodass wir sehr lange gebraucht haben und dementsprechend auch spät waren. Der check in war geschlossen was erst mal ein Shock war. Wir dachten das ist jetzt ein schlechter Scherz und haben in dem Moment total die Panik geschoben. Erst wurde uns gesagt, dass man da nichts mehr machen kann und das Wiebke in Ruanda bleiben muss. Doch dann hat ein lieber Mann nach ganz oft bitte und weinen jemanden angerufen und Wiebke ist doch noch sicher nach Deutschland gekommen nur ohne ihr Gepäck, da das Check in ja schon geschlossen war. Zum Glück aber hat Laura gerade Besuch von ihren Eltern gehabt und sie konnten das Gepäck von Wiebke mit nach Deutschland nehmen. Noch mal Schwein gehabt…

Ich bin sehr froh das Wiebke hier war und mich besucht hat. Wir hatten zusammen eine tolle Zeit und es ist immer schön seine lieben aus Deutschland das Leben hier in Ruanda zu zeigen.

Nun bin ich wieder in der Schule und genieße jetzt noch die Zeit mit meinen Schülern und den Lehrern. Mir macht mein Projekt großen Spaß und da ich nicht mehr lange hier bin verbringe ich sehr viel Zeit in der Schule und mit meinen Freunden, die zum größten Teil auch meine Arbeitskollegen sind. Es ist so schön sich hier so etwas Großartiges aufgebaut zu haben und deswegen wird mir der Abschied umso schwerer fallen. Auch wenn ich mich auf Deutschland freue, werde ich das was ich hier erlebt und was es mit mir gemacht hat nie vergessen und vor allem die Leute vermissen die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Wahrscheinlich werde ich einer Kultur und einem Land nie wieder näher sein können. Ich hätte nie gedacht, dass Zugehörigkeit, Anpassung und ein Teil von dem Großen und Ganzen zu sein, einem so ein erfüllendes und schönes Gefühl geben kann.

Uns wurde mal auf einem Seminar der VEM gesagt, versucht nicht alles zu verändern, lasst euch verändern. Genau das wünsche ich euch auch, da man vieles nicht ändern kann und es auch nicht gut ist immer irgendwas verändern zu wollen. Wichtig ist es manchmal seine eigene Einstellung und sich selbst zu ändern um auch von anderen lernen zu können. Denn nur weil es anderes ist, ist es nicht schlecht.

Ich wünsch euch die liebsten Grüße aus Ruanda.

Eure Chantal Kleefmann Wink

 

 

 

Ruanda ist ein starkes Land!

Autor: Chanti | Datum: 20 April 2018, 19:51 | 0 Kommentare

Hallo liebe Leser und Leserinnen,

es wird mal wieder Zeit mich bei euch zu melden. Anfang April waren zwei Wochen Ferien. In diesen zwei Woche war die Gedenkwoche an den Genozid. Viele Geschäfte hatten zu, die Busse sind kaum gefahren und man hat nicht viele Leute auf der Straße getroffen. Alles in allem war eine sehr gedrückte Stimmung, was aber auch nachvollziehbar ist. Für die die es nicht wissen, vor 24 Jahren hat in Ruanda ein Genozid (Völkermord) stattgefunden. Dieser Völkermord wurde von Belgiern, Franzosen aber auch teils Deutschen ausgelöst. Es gab zu dieser Zeit zwei große Völkergruppen Hutu und Tutsi in den man eingeteilt wurde. Die Körper-, Nasen- und Schuhgröße wurde gemessen und alleine durch das Aussehen und den körperlichen Eigenschaften bestimmt, ob man zu den Hutu oder Tutsis gehört. So kam es auch dazu, dass zum Beispiel die eigenen Familienmitglieder nicht zur gleichen Völkergruppe, wie man selbst, gehörte.

Der Genozid ging von Anfang April ca. 100 Tage. Die radikalen Hutus töteten, dreiviertel der 930 000 in Ruanda lebenden Tutsi. Die Tutsis wurden gejagt, vergewaltigt und getötet. Es wurde so ein großer Hass und Rassismus gegenüber den Tutsis aufgebaut, sodass viele sogar ihre Nachbarn, Freunde und selbst die eigenen Familienmitglieder töteten.

Heute ist es anderes, die Menschen in Ruanda haben wieder zueinander gefunden, sich vergeben und leben nun friedlich zusammen. Es gibt keine Völkergruppen mehr alle sind jetzt Ruandesen. Ich finde es erstaunlich, wer hier vergeben kann, kann das überall. Die Ruandische Bevölkerung ist bewundernswert, dafür das sie soviel Mut und Nächstenliebe bewiesen haben, sodass sie in Frieden zusammen leben können trotzallem was sie erlebt haben.

Viele Menschen aus Deutschland haben mich vor meiner Ausreise gefragt: „Ruanda, da willst du wirklich hin? Da war doch dieser Völkermord.“ Zu dieser Zeit wusste ich nie wirklich was ich darauf antworten soll, doch heute würde ich sagen „Hat Deutschland nicht zwei Weltkriege angefangen und was war mit dem Holocaust?“

Ich glaube keiner kann stolz auf die Geschichte seines Landes sein. Der Unterschied zwischen Ruanda und Deutschland ist nur, dass die Rundesen aus ihren Fehlern in der Vergangenheit gelernt haben. Sie haben einander verziehen und sind sehr gastfreundlich auch gegenüber Ausländern mit ihrer straken Willkommenskultur. Dies kann man von vielen Deutschen ja leider nicht behaupten, wenn man sich mal die Wahlergebnisse anschaut.

Wer sich für die Geschichte Ruandas interessiert, dem kann ich sehr den Dokumentationsfilm „Unversöhnt“  vom NDR empfehlen.

Nun ein anderes Thema am 4. April ist Mona zurück nach Deutschland geflogen, da ihre Zeit hier um war. Auch die Deutsche Familie musste wegen eines Krankheitsfalls wieder zurück nach Deutschland, für ein paar Wochen. Das ist alles etwas bedrückend und schade aber im Moment bin ich sehr abgelenkt, da die Schule wieder los gegangen ist und ich mich für die Hochschulen und Unis bewerbe, was von hier aus manchmal echt kompliziert sein kann. Eine sehr gute Nachricht ist, dass meine Cousine mich im Mai für 16 Tage besuchen kommt. Wir werden mit Sicherheit  eine wunderschöne Zeit zusammen haben. Ich freue mich riesig mit ihr Urlaub zu machen, rum zu reisen und vor allem ihr mein Leben in Ruanda zu zeigen.

Das war es dann auch von mir. Ich wünsche euch alles Gute und schicke die liebsten Grüße. Ihr hört von mir und vielen Dank fürs lesen.

Eure Chantal Smile

 

 

Blogeintrag 6

Autor: Chanti | Datum: 19 März 2018, 16:31 | 0 Kommentare

Muraho (Ruandische Begrüßung, wenn man jemanden lange nicht gesehen hat)

Endlich hört ihr wieder von mir. In diesem Eintrag möchte ich euch von dem Zwischenseminar und mein Aufenthalt in Tansania erzählen.

Am 16 Februar ging es los. Um 4 Uhr nachts sind wir (Laura, Feli, Renke und ich) von Kigali (Hauptstadt in Ruanda) zum Zwischenseminar nach Morogoro (Tansania), mit dem Bus los gefahren. Die Busfahrt ging 30 Stunden. Da die Busse in Tansania ab ungefähr halb 1 nachts nicht mehr fahren dürfen, mussten wir bis 6 Uhr morgens mit unseren Bus stehen bleiben. Eine Raststätte, Hotel, MC Donalds oder Burgerking gab es nicht. Ein kleines Toiletten Häuschen, leere Stände und der Bus war also alles was uns blieb. Irgendwie haben wir dann die Zeit totschlagen können. Kurz bevor es dann weiter gehen sollte, habe ich gemerkt, dass mein Reisepass und meine 16 Dollar nicht mehr in meiner Tasche waren. Mein Herz ist kurz stehen geblieben. Ich habe sofort angefangen alles abzusuchen und die Leute im Bus zu fragen ob sie irgendwas gesehen haben. Ein Mann ist dann nochmal mit mir nach draußen gegangen um dort nochmal die Leute zu fragen und zu suchen. Doch vergeblich…

Der Bus wollte weiter ich musste also wieder in den Bus einsteigen. Mit Verzweiflung und Tränen in den Augen saß ich nun da im Bus, der gerade Abfährt. Auf einmal höre ich von hinten im Bus die Leute „Passport Passport“ (Englisch für Reisepass) rufen. Ich habe nur noch Stop zum Busfahrer geschrien, der dann auch gehalten hat. Hinter dem Bus ist ein junger Mann hinterher gerannt, mit meinem Reisepass in der Hand. Der junge Mann hat mir den Reisepass dann durch das Fenster wieder gegeben. In diesem Moment war ich einfach nur über glücklich und die Leute im Bus haben sich mit mir gefreut und „Halleluja“ gerufen. Ich weiß nicht wie der Reisepass verschwunden ist, ob er geklaut wurde oder ich ihn verloren habe, wie er dann zu den Mann gekommen ist und wo die Dollar sind. Das alles war mir in diesem Moment aber auch egal, Hauptsache ich habe mein Reisepass wieder.

Am Nachmittag sind wir dann endlich in Morogoro beim Zwischenseminar angekommen. Wir alle waren fix und fertig von der langen Fahrt, die mit Sicherheit alles andere als angenehm war. Zum Glück hatten wir genug Zeit um anzukommen, zu duschen und uns etwas aus zu Ruhen. Als dann nach und nach die anderen Freiwilligen  von verschieden Organisationen eingetrudelt sind, ging es mit einer Vorstellungsrunde und den Plan für die Woche los. Insgesamt bestand unsere Gruppe aus 19 Freiwilligen alle kamen aus Deutschland. Die meisten der Freiwilligen haben ihre Einsatzstelle in Tansania, nur wir vier kamen aus Ruanda und eine sogar aus Ägypten. Sie ist extra für das Zwischenseminar nach Tansania geflogen.

Pia und Merle haben mit uns zusammen das Zwischenseminar durchgeführt. Die Woche in Morogoro hat mir sehr gut gefallen. Wir hatten alle sehr intensive Gespräche, was ich total schön finde. Bei jedem läuft so ein Freiwilligendienst anders ab. Jeder von uns hat verschiedene Sachen erlebt, geht mit Situationen anderes um und nimmt sie total unterschiedlich wahr. Man kann von einander gut lernen aber auch seine eigene Meinung zu manchen Themen vertreten. Insgesamt hatten wir in Morogoro eine schöne Zeit, mit viel Sonnenschein, heißen Temperaturen, leckeres Essen und einen tollen Austausch.

Die nächsten Süd-Nord Freiwilligen die jetzt aus Ruanda, Kongo und Tansania für ein Jahr ein Freiwilligendienst in Deutschland machen, hatten zu der gleichen Zeit ihren Deutsch Sprachkurs, auf demselben Gelände, wie wir. Es war super lustig mit ihnen deutsch zu sprechen und ihn etwas von der deutschen Kultur zu erzählen. Jeder von ihnen hat eine tolle und herzliche Persönlichkeit und ich freue mich schon den ein oder anderen bei der VEM in Deutschland wieder zu sehen.

Als das Seminar vorbei war, sind Laura, Paul, Renke, Moritz, Paula und ich nach Daressalam für ein paar Tage gefahren, das durften wir uns nicht entgehen lassen. Wir waren auf einer halb Insel in einem Strand Resort. Es war wunderschön, wir haben in kleinen Bambushütten direkt am Strand übernachtet und morgens ist man von dem Geräusch der Wellen wach geworden, einfach traumhaft. Diese paar Tage Strand und Relax Urlaub haben wir uns auch wirklich verdient.

Nach dem Urlaub ging es dann wieder rein in den Bus. Laura und ich sind mit zu Paul (ein VEM Freiwilliger) nach Bukoba (Tansania) gefahren. Das liegt so ungefähr auf dem Rückweg dachten wir. Der Bus ist aber zu langsam gefahren, sodass wir dieses mal 35 Stunden unterwegs waren mit Nachtpause. Bei dieser Busfahrt habe ich mir geschworen sowas nie wieder zu  machen, aber es hat sich doch gelohnt. Bukoba ist eine schöne Stadt direkt am Viktoria See. Auch das Haus von Paul ist wie eine Ferienwohnung mit wunderschönem Ausblick auf dem See. Paul hat uns viel gezeigt, seine Arbeitsstelle, die Stadt und wir haben wieder viele neue nette Menschen kennen gelernt.

Nach 5 Tagen Bukoba haben Laura und ich uns dann wieder auf den Rückweg nach Ruanda gemacht. Diesmal waren es dann 12 Stunden Busfahrt nach Kigali und für mich dann noch 3 weitere Stunden von Kigali nach Rubengera. Jetzt habe ich auch erstmal wieder die Schnauze voll von Busfahrten.

Leider wurden mir in Ruanda in der Nähe der Tansanischen Grenze mein Handy und meine Powerbank geklaut. Wie das genau passiert ist kann ich mir selber auch nicht erklären, es ging alles sehr schnell. Was mich am meisten daran ärgert, ist das alle Bilder und Kontakte weg sind. Ich musste mir also eine neue Handynummer besorgen und zum Glück hat mein Vater sein altes Handy hier gelassen, was ich jetzt benutzen kann.

Seit dem ich in Rubengera bin arbeite ich wieder. Im Moment habe ich auch sehr viel zu tun, da der erste Term vom Schuljahr vorbei ist und die Schüler/innen wieder Arbeiten schreiben müssen. Ich muss also Vorbereiten, Korrigieren und die Schüler benoten die ich Unterrichte. Als ich das gehört habe kam bei mir erstmal ein Panik Gefühl auf. Wie soll ich das machen? Ich weiß doch gar nicht wie das geht? Ich bin doch gar keine richtige Lehrerin? Wie soll ich in so kurzer Zeit 219 Schüler/innen benoten? Ich hatte also keinen Plan von Nichts. Doch alles halb so wild. Mir wurde von den anderen Lehrern sehr geholfen und das mit dem Zeitfenster habe ich total falsch verstanden. Außerdem unterrichte ich zum Glück keine Hauptfächer und bin daher total frei wie und in was ich meine Schüler benote.

Ich hoffe ihr hattet Spaß am Lesen und ihr werdet von mir hören.

Ich schicke euch die liebsten Grüße aus dem regnerischen Ruanda (Bis Ende April ist jetzt Regenzeit)

Eure Chantal KleefmannSmile

 

 

 

Blogeintrag 5

Autor: Chanti | Datum: 04 Februar 2018, 12:57 | 0 Kommentare

                                              

Aufgewachsen in einer Kleinstadt                                                           
Und wenn der Regen runterfällt,
starre ich aus meinem Fenster.
Träumte davon, was sein könnte
Und falls ich glücklich werden würde
Würde ich beten (ich würde beten)

Ich habe mich bemüht viel zu erreichen
Aber wenn ich versuchte es auszusprechen
Fühlte ich mich, als könnte mich niemand hören
Ich wollte hierhin gehören
Aber hier fühlte sich etwas so falsch an
Deshalb betete ich, ich könnte ausbrechen

[Refrain:]
Ich breite meine Flügel aus und ich lerne, wie man fliegt
Ich werde alles tun was nötig ist, bis ich den Himmel berühre
Und ich werde es mir wünschen
Eine Chance nutzen
Mich verändern
Und ausbrechen.
Raus aus der Dunkelheit und in die Sonne
Aber ich werde nicht die vergessen, die ich liebte.
Ich werde das Risiko eingehen
Die Chance nutzen
Mich verändern
Und breche aus

Ich möchte die warme Brise spüren
Unter einer Palme schlafen
Das Rauschen des Ozeans spüren
An Bord eines schnellen Zuges gehen
Mit einem Flugzeug reisen, weit weg (Ich werde)
Und ausbrechen

[Refrain]
Gebäude mit hundert Stockwerken
Schnell schwingende Drehtüren
Vielleicht weiß ich nicht, wohin sie mich führen werden, aber
Ich muss weiter gehen, weiter gehen
Davon fliegen, ausbrechen

Ich werde meine Flügel ausbreiten
Und ich werde lernen, wie man fliegt
Dachte es ist nicht einfach dir 'Auf wiedersehn' zu sagen
Ich werde das Risiko eingehen
Die Chance nutzen
Mich verändern
Und breche aus, breche aus, breche aus

(Song“ Breakaway“ von Kelly Clarkson)

 

Hallo ihr lieben,

dieses Lied von Kelly Clarkson, wollte ich gerne mit euch teilen. Der Song ist zwar schon etwas älter und bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber als ich letztens mit Feli in Kibuye an der Strandbar saß, wurde dieses Lied abgespielt. Ich erinnerte mich, dass ich das Lied früher ganz gut fand und habe dann mal genauer rein gehört, worum es in diesem Song eigentlich geht. Schnell wurde mir bewusst, dass es genau zu meiner Situation passt. Ich werde das Risiko eingehen, die Chance die ich hier habe nutzen und ausbrechen raus aus der Dunkelheit, aus dem Heimweh, dem Liebeskummer und die Angst zu versagen und rein in die Sonne. Ich werde mich verändern, meine Einstellung verändern das Negative mit dem Positiven bekämpfen und meine Chance hier nutzen. Ich bin ausgebrochen und lebe nun in Ruanda, darf im Februar 25 Grad Sonnenschein genießen, lerne viele besondere Menschen kennen und lerne auch viel für mich dazu. Ich wachse in meinen Erfahrungen die ich hier mache und das kann mir keiner nehmen. Ich finde dieses Lied sehr Aussage kräftig, es bringt mir Mut und die nötige Kraft, die ich ab und zu wirklich brauche. Deswegen war es mir persönlich wichtig, es mit euch zu teilen, da dieses Lied sehr auf mich zutrifft.

Meine Eltern haben sich am 15. Januar auf die lange Reise gemacht und mich hier in Ruanda besucht. Wir haben zwei wunderschöne Wochen verbracht und haben sehr viel erlebt. Es war eine unvergessliche Zeit. Vor allem die Tatsache die Eltern nach 5 Monaten bei sich zu haben und wieder in die Arme zu schließen, war ein sehr schönes Gefühl.

Was mir auch aufgefallen ist, ist das ich mich hier schon gut eingelebt habe, da meine Eltern dann doch oft sehr planlos waren, was bei mir in den ersten Wochen sicherlich nicht anders war. Es war schön ihnen alles hier zu zeigen, weil sie jetzt auch besser verstehen können, worüber ich immer rede. Zusammen haben wir den Nyungwe Forest in Ruanda besucht. Das ist ein National Park, wo man durch den ältesten Regenwald in ganz Afrika wandert. Man kann verschiedene Touren mit machen, die unterschiedlich lang dauern und unterschiedlich schwer/anstrengend sind mit verschiedenen Attraktionen. Wir haben eine nicht so lange Tour gemacht, die aber eine Hängebrücke beinhaltete. Die Hängebrücke ist siebzig Meter hoch und ragt über die Bäume. Es war eine einmalige und wunderschöne Aussicht, die man nicht so schnell vergisst.  Als meine Eltern am 29. Januar wieder abgereist sind war ich schon sehr traurig aber momentan geht es mir wieder gut. Zum Glück ist am 17. Januar Mona gekommen, mit der ich mich super verstehe. Sie wohnt bei Tim und Joni und arbeitet auch an der Technischen Schule, da sie eine Schreiner Ausbildung gemacht hat. Sie bleibt bis Anfang April hier und ich bin sehr froh mit ihr die Zeit hier genießen zu dürfen.

Leider muss ich mich in diesem Blogeintrag etwas kürzer fassen. Die Schule hat wieder angefangen, mein zwischen Seminar in Tansania ist bald und ich muss noch einen langen Rundbrief für meinen Unterstützerkreis schreiben. Ich habe im Moment also sehr viel zu tun und daher fällt dieser Blogeintrag etwas kürzer aus, was mir sehr leid tut.

Ihr werdet von mir hören!

Eure Chantal Smile

 

 

1 2  vor»