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Ruanda ist ein starkes Land!

Autor: Chanti | Datum: 20 April 2018, 19:51 | 0 Kommentare

Hallo liebe Leser und Leserinnen,

es wird mal wieder Zeit mich bei euch zu melden. Anfang April waren zwei Wochen Ferien. In diesen zwei Woche war die Gedenkwoche an den Genozid. Viele Geschäfte hatten zu, die Busse sind kaum gefahren und man hat nicht viele Leute auf der Straße getroffen. Alles in allem war eine sehr gedrückte Stimmung, was aber auch nachvollziehbar ist. Für die die es nicht wissen, vor 24 Jahren hat in Ruanda ein Genozid (Völkermord) stattgefunden. Dieser Völkermord wurde von Belgiern, Franzosen aber auch teils Deutschen ausgelöst. Es gab zu dieser Zeit zwei große Völkergruppen Hutu und Tutsi in den man eingeteilt wurde. Die Körper-, Nasen- und Schuhgröße wurde gemessen und alleine durch das Aussehen und den körperlichen Eigenschaften bestimmt, ob man zu den Hutu oder Tutsis gehört. So kam es auch dazu, dass zum Beispiel die eigenen Familienmitglieder nicht zur gleichen Völkergruppe, wie man selbst, gehörte.

Der Genozid ging von Anfang April ca. 100 Tage. Die radikalen Hutus töteten, dreiviertel der 930 000 in Ruanda lebenden Tutsi. Die Tutsis wurden gejagt, vergewaltigt und getötet. Es wurde so ein großer Hass und Rassismus gegenüber den Tutsis aufgebaut, sodass viele sogar ihre Nachbarn, Freunde und selbst die eigenen Familienmitglieder töteten.

Heute ist es anderes, die Menschen in Ruanda haben wieder zueinander gefunden, sich vergeben und leben nun friedlich zusammen. Es gibt keine Völkergruppen mehr alle sind jetzt Ruandesen. Ich finde es erstaunlich, wer hier vergeben kann, kann das überall. Die Ruandische Bevölkerung ist bewundernswert, dafür das sie soviel Mut und Nächstenliebe bewiesen haben, sodass sie in Frieden zusammen leben können trotzallem was sie erlebt haben.

Viele Menschen aus Deutschland haben mich vor meiner Ausreise gefragt: „Ruanda, da willst du wirklich hin? Da war doch dieser Völkermord.“ Zu dieser Zeit wusste ich nie wirklich was ich darauf antworten soll, doch heute würde ich sagen „Hat Deutschland nicht zwei Weltkriege angefangen und was war mit dem Holocaust?“

Ich glaube keiner kann stolz auf die Geschichte seines Landes sein. Der Unterschied zwischen Ruanda und Deutschland ist nur, dass die Rundesen aus ihren Fehlern in der Vergangenheit gelernt haben. Sie haben einander verziehen und sind sehr gastfreundlich auch gegenüber Ausländern mit ihrer straken Willkommenskultur. Dies kann man von vielen Deutschen ja leider nicht behaupten, wenn man sich mal die Wahlergebnisse anschaut.

Wer sich für die Geschichte Ruandas interessiert, dem kann ich sehr den Dokumentationsfilm „Unversöhnt“  vom NDR empfehlen.

Nun ein anderes Thema am 4. April ist Mona zurück nach Deutschland geflogen, da ihre Zeit hier um war. Auch die Deutsche Familie musste wegen eines Krankheitsfalls wieder zurück nach Deutschland, für ein paar Wochen. Das ist alles etwas bedrückend und schade aber im Moment bin ich sehr abgelenkt, da die Schule wieder los gegangen ist und ich mich für die Hochschulen und Unis bewerbe, was von hier aus manchmal echt kompliziert sein kann. Eine sehr gute Nachricht ist, dass meine Cousine mich im Mai für 16 Tage besuchen kommt. Wir werden mit Sicherheit  eine wunderschöne Zeit zusammen haben. Ich freue mich riesig mit ihr Urlaub zu machen, rum zu reisen und vor allem ihr mein Leben in Ruanda zu zeigen.

Das war es dann auch von mir. Ich wünsche euch alles Gute und schicke die liebsten Grüße. Ihr hört von mir und vielen Dank fürs lesen.

Eure Chantal Smile

 

 

Blogeintrag 6

Autor: Chanti | Datum: 19 März 2018, 16:31 | 0 Kommentare

Muraho (Ruandische Begrüßung, wenn man jemanden lange nicht gesehen hat)

Endlich hört ihr wieder von mir. In diesem Eintrag möchte ich euch von dem Zwischenseminar und mein Aufenthalt in Tansania erzählen.

Am 16 Februar ging es los. Um 4 Uhr nachts sind wir (Laura, Feli, Renke und ich) von Kigali (Hauptstadt in Ruanda) zum Zwischenseminar nach Morogoro (Tansania), mit dem Bus los gefahren. Die Busfahrt ging 30 Stunden. Da die Busse in Tansania ab ungefähr halb 1 nachts nicht mehr fahren dürfen, mussten wir bis 6 Uhr morgens mit unseren Bus stehen bleiben. Eine Raststätte, Hotel, MC Donalds oder Burgerking gab es nicht. Ein kleines Toiletten Häuschen, leere Stände und der Bus war also alles was uns blieb. Irgendwie haben wir dann die Zeit totschlagen können. Kurz bevor es dann weiter gehen sollte, habe ich gemerkt, dass mein Reisepass und meine 16 Dollar nicht mehr in meiner Tasche waren. Mein Herz ist kurz stehen geblieben. Ich habe sofort angefangen alles abzusuchen und die Leute im Bus zu fragen ob sie irgendwas gesehen haben. Ein Mann ist dann nochmal mit mir nach draußen gegangen um dort nochmal die Leute zu fragen und zu suchen. Doch vergeblich…

Der Bus wollte weiter ich musste also wieder in den Bus einsteigen. Mit Verzweiflung und Tränen in den Augen saß ich nun da im Bus, der gerade Abfährt. Auf einmal höre ich von hinten im Bus die Leute „Passport Passport“ (Englisch für Reisepass) rufen. Ich habe nur noch Stop zum Busfahrer geschrien, der dann auch gehalten hat. Hinter dem Bus ist ein junger Mann hinterher gerannt, mit meinem Reisepass in der Hand. Der junge Mann hat mir den Reisepass dann durch das Fenster wieder gegeben. In diesem Moment war ich einfach nur über glücklich und die Leute im Bus haben sich mit mir gefreut und „Halleluja“ gerufen. Ich weiß nicht wie der Reisepass verschwunden ist, ob er geklaut wurde oder ich ihn verloren habe, wie er dann zu den Mann gekommen ist und wo die Dollar sind. Das alles war mir in diesem Moment aber auch egal, Hauptsache ich habe mein Reisepass wieder.

Am Nachmittag sind wir dann endlich in Morogoro beim Zwischenseminar angekommen. Wir alle waren fix und fertig von der langen Fahrt, die mit Sicherheit alles andere als angenehm war. Zum Glück hatten wir genug Zeit um anzukommen, zu duschen und uns etwas aus zu Ruhen. Als dann nach und nach die anderen Freiwilligen  von verschieden Organisationen eingetrudelt sind, ging es mit einer Vorstellungsrunde und den Plan für die Woche los. Insgesamt bestand unsere Gruppe aus 19 Freiwilligen alle kamen aus Deutschland. Die meisten der Freiwilligen haben ihre Einsatzstelle in Tansania, nur wir vier kamen aus Ruanda und eine sogar aus Ägypten. Sie ist extra für das Zwischenseminar nach Tansania geflogen.

Pia und Merle haben mit uns zusammen das Zwischenseminar durchgeführt. Die Woche in Morogoro hat mir sehr gut gefallen. Wir hatten alle sehr intensive Gespräche, was ich total schön finde. Bei jedem läuft so ein Freiwilligendienst anders ab. Jeder von uns hat verschiedene Sachen erlebt, geht mit Situationen anderes um und nimmt sie total unterschiedlich wahr. Man kann von einander gut lernen aber auch seine eigene Meinung zu manchen Themen vertreten. Insgesamt hatten wir in Morogoro eine schöne Zeit, mit viel Sonnenschein, heißen Temperaturen, leckeres Essen und einen tollen Austausch.

Die nächsten Süd-Nord Freiwilligen die jetzt aus Ruanda, Kongo und Tansania für ein Jahr ein Freiwilligendienst in Deutschland machen, hatten zu der gleichen Zeit ihren Deutsch Sprachkurs, auf demselben Gelände, wie wir. Es war super lustig mit ihnen deutsch zu sprechen und ihn etwas von der deutschen Kultur zu erzählen. Jeder von ihnen hat eine tolle und herzliche Persönlichkeit und ich freue mich schon den ein oder anderen bei der VEM in Deutschland wieder zu sehen.

Als das Seminar vorbei war, sind Laura, Paul, Renke, Moritz, Paula und ich nach Daressalam für ein paar Tage gefahren, das durften wir uns nicht entgehen lassen. Wir waren auf einer halb Insel in einem Strand Resort. Es war wunderschön, wir haben in kleinen Bambushütten direkt am Strand übernachtet und morgens ist man von dem Geräusch der Wellen wach geworden, einfach traumhaft. Diese paar Tage Strand und Relax Urlaub haben wir uns auch wirklich verdient.

Nach dem Urlaub ging es dann wieder rein in den Bus. Laura und ich sind mit zu Paul (ein VEM Freiwilliger) nach Bukoba (Tansania) gefahren. Das liegt so ungefähr auf dem Rückweg dachten wir. Der Bus ist aber zu langsam gefahren, sodass wir dieses mal 35 Stunden unterwegs waren mit Nachtpause. Bei dieser Busfahrt habe ich mir geschworen sowas nie wieder zu  machen, aber es hat sich doch gelohnt. Bukoba ist eine schöne Stadt direkt am Viktoria See. Auch das Haus von Paul ist wie eine Ferienwohnung mit wunderschönem Ausblick auf dem See. Paul hat uns viel gezeigt, seine Arbeitsstelle, die Stadt und wir haben wieder viele neue nette Menschen kennen gelernt.

Nach 5 Tagen Bukoba haben Laura und ich uns dann wieder auf den Rückweg nach Ruanda gemacht. Diesmal waren es dann 12 Stunden Busfahrt nach Kigali und für mich dann noch 3 weitere Stunden von Kigali nach Rubengera. Jetzt habe ich auch erstmal wieder die Schnauze voll von Busfahrten.

Leider wurden mir in Ruanda in der Nähe der Tansanischen Grenze mein Handy und meine Powerbank geklaut. Wie das genau passiert ist kann ich mir selber auch nicht erklären, es ging alles sehr schnell. Was mich am meisten daran ärgert, ist das alle Bilder und Kontakte weg sind. Ich musste mir also eine neue Handynummer besorgen und zum Glück hat mein Vater sein altes Handy hier gelassen, was ich jetzt benutzen kann.

Seit dem ich in Rubengera bin arbeite ich wieder. Im Moment habe ich auch sehr viel zu tun, da der erste Term vom Schuljahr vorbei ist und die Schüler/innen wieder Arbeiten schreiben müssen. Ich muss also Vorbereiten, Korrigieren und die Schüler benoten die ich Unterrichte. Als ich das gehört habe kam bei mir erstmal ein Panik Gefühl auf. Wie soll ich das machen? Ich weiß doch gar nicht wie das geht? Ich bin doch gar keine richtige Lehrerin? Wie soll ich in so kurzer Zeit 219 Schüler/innen benoten? Ich hatte also keinen Plan von Nichts. Doch alles halb so wild. Mir wurde von den anderen Lehrern sehr geholfen und das mit dem Zeitfenster habe ich total falsch verstanden. Außerdem unterrichte ich zum Glück keine Hauptfächer und bin daher total frei wie und in was ich meine Schüler benote.

Ich hoffe ihr hattet Spaß am Lesen und ihr werdet von mir hören.

Ich schicke euch die liebsten Grüße aus dem regnerischen Ruanda (Bis Ende April ist jetzt Regenzeit)

Eure Chantal KleefmannSmile

 

 

 

Blogeintrag 5

Autor: Chanti | Datum: 04 Februar 2018, 12:57 | 0 Kommentare

                                              

Aufgewachsen in einer Kleinstadt                                                           
Und wenn der Regen runterfällt,
starre ich aus meinem Fenster.
Träumte davon, was sein könnte
Und falls ich glücklich werden würde
Würde ich beten (ich würde beten)

Ich habe mich bemüht viel zu erreichen
Aber wenn ich versuchte es auszusprechen
Fühlte ich mich, als könnte mich niemand hören
Ich wollte hierhin gehören
Aber hier fühlte sich etwas so falsch an
Deshalb betete ich, ich könnte ausbrechen

[Refrain:]
Ich breite meine Flügel aus und ich lerne, wie man fliegt
Ich werde alles tun was nötig ist, bis ich den Himmel berühre
Und ich werde es mir wünschen
Eine Chance nutzen
Mich verändern
Und ausbrechen.
Raus aus der Dunkelheit und in die Sonne
Aber ich werde nicht die vergessen, die ich liebte.
Ich werde das Risiko eingehen
Die Chance nutzen
Mich verändern
Und breche aus

Ich möchte die warme Brise spüren
Unter einer Palme schlafen
Das Rauschen des Ozeans spüren
An Bord eines schnellen Zuges gehen
Mit einem Flugzeug reisen, weit weg (Ich werde)
Und ausbrechen

[Refrain]
Gebäude mit hundert Stockwerken
Schnell schwingende Drehtüren
Vielleicht weiß ich nicht, wohin sie mich führen werden, aber
Ich muss weiter gehen, weiter gehen
Davon fliegen, ausbrechen

Ich werde meine Flügel ausbreiten
Und ich werde lernen, wie man fliegt
Dachte es ist nicht einfach dir 'Auf wiedersehn' zu sagen
Ich werde das Risiko eingehen
Die Chance nutzen
Mich verändern
Und breche aus, breche aus, breche aus

(Song“ Breakaway“ von Kelly Clarkson)

 

Hallo ihr lieben,

dieses Lied von Kelly Clarkson, wollte ich gerne mit euch teilen. Der Song ist zwar schon etwas älter und bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber als ich letztens mit Feli in Kibuye an der Strandbar saß, wurde dieses Lied abgespielt. Ich erinnerte mich, dass ich das Lied früher ganz gut fand und habe dann mal genauer rein gehört, worum es in diesem Song eigentlich geht. Schnell wurde mir bewusst, dass es genau zu meiner Situation passt. Ich werde das Risiko eingehen, die Chance die ich hier habe nutzen und ausbrechen raus aus der Dunkelheit, aus dem Heimweh, dem Liebeskummer und die Angst zu versagen und rein in die Sonne. Ich werde mich verändern, meine Einstellung verändern das Negative mit dem Positiven bekämpfen und meine Chance hier nutzen. Ich bin ausgebrochen und lebe nun in Ruanda, darf im Februar 25 Grad Sonnenschein genießen, lerne viele besondere Menschen kennen und lerne auch viel für mich dazu. Ich wachse in meinen Erfahrungen die ich hier mache und das kann mir keiner nehmen. Ich finde dieses Lied sehr Aussage kräftig, es bringt mir Mut und die nötige Kraft, die ich ab und zu wirklich brauche. Deswegen war es mir persönlich wichtig, es mit euch zu teilen, da dieses Lied sehr auf mich zutrifft.

Meine Eltern haben sich am 15. Januar auf die lange Reise gemacht und mich hier in Ruanda besucht. Wir haben zwei wunderschöne Wochen verbracht und haben sehr viel erlebt. Es war eine unvergessliche Zeit. Vor allem die Tatsache die Eltern nach 5 Monaten bei sich zu haben und wieder in die Arme zu schließen, war ein sehr schönes Gefühl.

Was mir auch aufgefallen ist, ist das ich mich hier schon gut eingelebt habe, da meine Eltern dann doch oft sehr planlos waren, was bei mir in den ersten Wochen sicherlich nicht anders war. Es war schön ihnen alles hier zu zeigen, weil sie jetzt auch besser verstehen können, worüber ich immer rede. Zusammen haben wir den Nyungwe Forest in Ruanda besucht. Das ist ein National Park, wo man durch den ältesten Regenwald in ganz Afrika wandert. Man kann verschiedene Touren mit machen, die unterschiedlich lang dauern und unterschiedlich schwer/anstrengend sind mit verschiedenen Attraktionen. Wir haben eine nicht so lange Tour gemacht, die aber eine Hängebrücke beinhaltete. Die Hängebrücke ist siebzig Meter hoch und ragt über die Bäume. Es war eine einmalige und wunderschöne Aussicht, die man nicht so schnell vergisst.  Als meine Eltern am 29. Januar wieder abgereist sind war ich schon sehr traurig aber momentan geht es mir wieder gut. Zum Glück ist am 17. Januar Mona gekommen, mit der ich mich super verstehe. Sie wohnt bei Tim und Joni und arbeitet auch an der Technischen Schule, da sie eine Schreiner Ausbildung gemacht hat. Sie bleibt bis Anfang April hier und ich bin sehr froh mit ihr die Zeit hier genießen zu dürfen.

Leider muss ich mich in diesem Blogeintrag etwas kürzer fassen. Die Schule hat wieder angefangen, mein zwischen Seminar in Tansania ist bald und ich muss noch einen langen Rundbrief für meinen Unterstützerkreis schreiben. Ich habe im Moment also sehr viel zu tun und daher fällt dieser Blogeintrag etwas kürzer aus, was mir sehr leid tut.

Ihr werdet von mir hören!

Eure Chantal Smile

 

 

Blogeintrag 4

Autor: Chanti | Datum: 02 Januar 2018, 17:32 | 1 Kommentare

 

Hallo liebe Leser und Leserinnen,

ich hoffe ihr seid gut in das neue Jahr rein gekommen und hattet sehr schöne Feiertage. In diesem Blogeintrag, geht es darum wie ich in Ruanda Geburtstag, Weihnachten und Silvester gefeiert habe.

Anfang Dezember war ich für eine Woche bei Ida und Katharina in Musanze (im Norden von Ruanda). Wir haben viel zusammen gemacht und auch Musanze ist eine wunderschöne Vulkan Stadt. Die Vulkane die man von Musanze aus sieht sind nicht mehr aktiv aber trotzdem wunderschön.

Für eine Nacht waren wir in Gisenyi, dies ist eine touristische Stadt, die direkt am Kivu Lake und an der Grenze zum Kongo liegt. Von Gisenyi aus kann man sogar einen aktiven Vulkan sehen, der im Kongo steht. In der Nacht, war es dann über den Vulkan am Himmel orange, was mich sehr fasziniert hat. Die Woche ging schnell um und war sehr schön. Oft saßen wir abends im Migano. Das Migano ist ein gemütliches Internet Cafe, wo man super entspannen und den Tag ausklingen lassen kann.

Als ich dann nach 5 Stunden Busfahrt in Rubengera angekommen bin, musste ich auch schon alles für meinen Geburtstag vorbereiten. Laura, Feli und Neele haben mir zum Glück beim Kuchen backen geholfen. Wir 4 und meine Gastschwester Fabiola haben auch etwas rein gefeiert. Der Sekt und Wein durfte nicht fehlen, da es für uns eine Besonderheit ist mal Alkohol zu trinken. Es wird hier einfach nicht so gerne gesehen und erst recht nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Vor allem nicht, wenn man christlich ist. An meinem Geburtstag gab es morgens leider einen Zwischenfall, sodass Feli und Neele nach Kigali ins Krankenhaus fahren mussten. Laura blieb bei mir und hat mich etwas beruhigt, wir waren beide sehr geschockt aber es musste schließlich weiter gehen, da ich nachmittags Gäste eingeladen habe. Es kamen zum Tee, Cafe und Kuchen ein paar Lehrer von der Schule,  meine Gastgeschwister, Joni und Tim. Der Nachmittag war dann zum Glück doch noch sehr schön.

Am 24. Dezember bin ich abends zu Tim gegangen und wir haben dann zusammen mit der Schwesternschaft Heiligabend gefeiert. Erst gab es sehr leckeres Essen, dann einen Gottesdienst und danach haben die Schwestern untereinander gewichtelt. Tim und ich gingen dabei leider leer aus aber das machte nichts. Es wurde viel und laut gesungen, getanzt und gelacht. Auch die Dekoration war sehr schön und man hat wirklich gemerkt, dass die Schwestern sich viel Mühe gegeben haben.

Am 25. Dezember bin ich morgens mit meiner Gastschwester zur Kirche gegangen. Der Gottesdienst dauerte ungefähr 4 Stunden. Ich war danach sehr müde, weil ich nachts nicht gut geschlafen habe. Also habe ich mich direkt nach der Kirche wieder aufs Ohr gehauen. Als meine Gastmutter dann zurück kam (sie war in einem anderen Gottesdienst) wurde dann auch schon wieder gegessen. Nach dem Essen habe ich mich noch sehr lange mit meinem Gastbruder unterhalten und wir sind noch spazieren gegangen. Dies Weihnachten war sehr anderes und warm aber auch mal schön mit zu erleben.

Nach den Feiertagen habe ich für 4 Tage Rose Marie (eine Pastorin von EPR) in Huye (Süden von Ruanda) besucht. Sie hat 2 Töchter in meinem Alter und ihre Familie ist sehr herzlich und gastfreundlich. Wir sind viel rumgelaufen und mir wurde die Stadt gezeigt.

Am 30. Dezember bin ich dann erst abends in Rubengera angekommen, weil ich sehr lange auf den Bus warten musste. Leider war alles etwas stressig. Ich musste nämlich am 31. schon wieder mit dem Bus nach Kamoni fahren, da meine Gastfamilie dort  Silvester gefeiert hat. Zum Glück konnte Laura auch kommen, sodass wir alle zusammen in das neue Jahr starten konnten. Natürlich wurde wieder viel gekocht und erst um halb 11abends gab es dann Essen. Wir haben mit Tee und einer Art Buttermilch angestoßen und die letzten Sekunden runter gezählt. Ein Feuerwerk gab es nicht, doch das war nicht so schlimm, da vor allem meine Gastgeschwister sehr lustig sind und wir auch so viel Spaß gehabt haben.

Am 1. Januar  waren sehr viele Gäste eingeladen und für mich war es die Zeit wieder nach Rubengera zu fahren, da ich hier noch einiges machen muss sowie waschen, putzen usw. Ich fahre nämlich am 4. schon wieder nach Feli und wir besuchen zusammen Zwei andere Freiwillige.

So war mein Weihnachten und Silvester, sehr anderes aber anderes heißt ja nicht  immer schlecht. Ich bin froh, dass mal erlebt zu haben, wie so etwas in Ruanda gefeiert wird.

Der Monat Januar wird für mich auch sehr aufregend da in 2 Wochen meine Eltern mich besuchen kommen. Ich freue mich schon riesig!! Bis dahin muss ich noch ein bisschen erledigen. Ihr werdet von mir hören.

Bis dann eure Chantal  Smile

 

 

 

 

Blogeintrag 3

Autor: Chanti | Datum: 29 November 2017, 13:03 | 0 Kommentare

 

Hallo ihr lieben Leser und Leserinnen,

nach sehr langer Zeit melde ich mich auch mal wieder bei euch. Es tut mir Leid, dass ich mich jetzt erst wieder melde aber ich musste meinen ersten Rundbrief für meinen Unterstützerkreis verfassen, was sehr viel Zeit beansprucht hat. Nun ist es schon Advent, wovon ich in Ruanda (bei 24 Grad) leider nicht so viel mit bekomme. Hier wird gar kein Advent gefeiert oder Nikolaus usw. Am 25. Dezember wird Weihnachten gefeiert. Man geht also nachmittags zur Kirche und danach wird zusammen gegessen, wenn man möchte kann man auch jemanden was schenken aber das ist eigentlich ehr unüblich. Es ist also ziemlich schlicht und es wird keine große Sache draus gemacht. Für viele klingt das bestimmt total entspannt und gut. Ich finde es sehr schade, weil ich total der Dezember und weihnachts Fan bin. Um ehrlich zu sein, fehlt mir diese schöne Zeit total. Doch die Deutsche Botschaft in Kigali gibt sich Mühe uns wenigstens ein bisschen das weihnachts Gefühl nähr zu bringen. An dem 18. November hat in Kigali ein Weihnachtsmarkt stattgefunden, wo sogar Waffeln und Glühwein verkauft wurde. Auch Tim und Joni, die zwei mit freiwilligen in Rubengera, hatten von ihrer Schule aus einen Stand, wo selbst gemachte Weihnachtsdeko aus Holz verkauft wurde. Sonst wurden dort auch sehr viele Einheimische Sachen verkauft, die nichts mit Weihnachten zu tun hatten. Einen Tag vor dem Weihnachtsmarkt, hat die Botschaft für uns deutsche Freiwilligen eine Feier organisiert. Um uns zu danken, für das was wir tun und auch das wir Freiwilligen uns noch besser kennen lernen konnten. Dies war ein schöner Abend.

Die Familie Mans ist bis Januar zurück nach Deutschland geflogen, da sie Nachwuchs bekommen haben. Seid einer Woche sind hier auch Ferien die bis Ende Januar gehen, daher habe ich momentan viel Zeit. Ich gebe aber manchen Leuten Gitarren Unterricht und singe jetzt seid neustem auch im Chor mit, was sehr schön ist. Zwar werden die Lieder in Kinyarwanda gesungen aber ich gebe mein bestes um mit zu halten. Am 30. November hat Feline Geburtstag, daher werde ich heute für ein paar Tage zu ihr fahren, um ihren Geburtstag zu feiern. Anfang Dezember besuche ich Ida und Katharina in Musanze. Ida und Katharina sind auch deutsche Freiwillige von der Organisation „Volunta“. Ich werde bei den beiden eine Woche verbringen, da Musanze 5 Stunden mit dem Bus von Rubengera entfernt ist, dann muss sich das natürlich lohnen. Musanze liegt im Norden Ruandas.

Momentan suche ich mir viel Ablenkung und besuche viele Leute, da es mir gut tut. Ich leide nämlich noch immer unter sehr starkem Heimweh und habe dann auch oft keine Motivation, was zu machen und raus zu gehen, da ich mich auf der Straße auch nicht wohl fühle. Ich glaube ich brauche einfach viel länger als andere um mich richtig einzuleben, was ich akzeptieren muss. Was gut ist, ist dass ich mir nicht mehr zu große Ziele setze und ich selber begriffen habe, dass ich Schritt für Schritt besser voran komme. Mein Ziel ist es jetzt erstmal bis zum zwischen Seminar (was Mitte Februar ist) zu bleiben, stark zu sein und nicht auf zu geben, sondern zu Kämpfen, mich meinem inneren Schweinehund zu stellen und den Mut nicht zu verlieren und das alles step by step zu schaffen. Ich glaube ich bin auf einem guten Weg und hoffe natürlich das Beste.  

Was mich sehr aufmuntert ist, dass meine Eltern im Januar mich für 2 Wochen besuchen. Ich freue mich schon riesig und glaube, dass es eine sehr tolle, spannende und schöne Zeit wird. Meine Eltern waren beide noch nicht außerhalb von Europa und sind auch noch nie geflogen. Es ist also auch für die beiden ein sehr großes Abendteuer und ich bin gespannt, wie sie es hier finden und wie sie mit der Kultur, dem Klima etc. klar kommen. Mein Freund, meine Eltern und meine beste Freundin schicken mir auch ein Packet, mit ein paar Kleinigkeiten zu Weihnachten und zum Geburtstag, der kurz vor Weihnachten ist. Es ist schön Menschen zu haben, die einen immer wieder Mut machen, zum Lächeln bringen und hinter dir stehen, dass  ist so wertvoll und kostbar.

Das war es jetzt erstmal wieder, ihr hört von mir. Ich wünsche euch eine tolle Weihnachtszeit, lasst euch nicht zu sehr stressen und genießt lieber die Zeit mit euren liebsten.

Liebe Grüße aus dem warmen Ruanda!

Eure Chantal Smile

 

 

 

 

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