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Blogeintrag 8

Autor: Chanti | Datum: 12 Juni 2018, 17:33 | 0 Kommentare

Moin liebe Leser/innen,

ich weiß ihr habt schon lange nichts mehr von mir gehört. Das liegt daran, dass mir im Moment bewusst wird das ich nicht mehr lange in Ruanda bin. Für mich geht es nämlich in 2 Monaten zurück nach Deutschland, da mein Freiwilligendienst dann zu Ende ist, was sich noch sehr eigenartig anfühlt. Es ist gerade so schön hier und ich versuche noch alles mit zu nehmen was ich kann. Meiner Meinung nach gehen 2 Monate sehr schnell um, sodass ich meine Zeit im Moment lieber anders nutze, als viel am Laptop zu sein.

Trotz allem möchte ich euch gerne von dem Besuch meiner Cousine erzählen. Am 13. Mai kam meine Cousine nach Ruanda um mich zu besuchen. Am Flughafen in Kigali angekommen, musste sie erfahren, dass ihr Gepäck noch in Amsterdam liegt und sie es am nächsten Tag abholen soll, also alles halb so wild. Die ersten paar Tage haben wir in Kigali verbracht. Sie war sehr erstaunt von der Stadt, da Kigali eine moderne Stadt ist und viele sich „Afrika“ gerne mal anderes vorstellen, da von den Medien auch nur immer die eine Seite (Armut, schlechte Straßen usw.) präsentiert wird. Doch, dass es in jedem Land auf der Welt Armut und Reichtum gibt und das der Kontinent Afrika nicht nur aus Busch, Wüste, Regenwäldern, Dörfern und Volksgruppen besteht wird oft nicht gezeigt oder erwähnt. Die Spanne zwischen Arm und Reich ist zwar sehr groß aber trotzdem ist Ruanda ein sehr zivilisiert, modernes, sicheres und eigenständiges Land.  

In Kigali haben wir auch das „Genocide Memorial site“ besucht. Von dem Genozide habe ich in meinem letzten Blogeintrag berichtet. Das Museum soll an den Genozide erinnern. Es ist sehr interessant und auf jeden Fall Empfehlenswert. Oft sind mir die Tränen gekommen weil einem vor allem der Genozide in Ruanda aber auch andere Genozide sehr nahe gebracht werden.

Am letzten Tag in Kigali sind wir mit anderen deutschen Freiwilligen in den Akagera Park gefahren und konnten dort die Tier, wie Affen, Zebras, Antilopen, Hippos usw. in ihrem freien Wildleben beobachten. Leider fand der Elefant das nicht so lustig und ist laut geworden und dann auf uns zu gerannt, wir sind so schnell es geht weg gefahren, weil das ganz schön gefährlich war.

Mit dem Bus sind wir weiter nach Musanze gefahren mein zweites Zuhause in Ruanda. Die Stadt ist einfach wunderschön mit dem Blick auf die Vulkane und auch sehr Modern mit vielen tollen Menschen. Wir haben dort Ida besucht, sie ist auch eine Freiwillige aus Deutschland und eine sehr gute Freundin von mir. Leider ist Musanze 4,5 Stunden von Rubengera entfernt aber da Bus fahren hier sehr günstig ist kann man das mal machen.

Nach dem Besuch in Musanze sind wir dann auch nach Rubengera gefahren. Da es in Rubengera deutlich wärmer ist als in Musanze, war es für Wiebke eine ständige Umstellung, was sie aber echt gut mit gemacht hat. Auch wenn Ruanda ein kleines Land ist, ist es trotzdem sehr vielfältig. In Rubengera konnte ich ihr dann mein Projekt zeigen in dem ich arbeite sie wurde von den Lehrern und Schülern herzlich begrüßt.

Ziemlich zum Schluss von ihrem Aufenthalt sind wir dann noch zum „Nyungwe Forrest“ gefahren. Dies ist der Regenwald, wo ich mit meinen Eltern auch war. Da einem die Höhe und hohe Luftfeuchtigkeit dort ganz schön fertig machen kann sind wir nur eine kleine Tour gelaufen, die sich aber sehr gelohnt hat, da der Regenwald einfach der Hammer ist.

Als wir dann zurück nach Kigali zum Flughafen gefahren sind,  haben wir nicht damit gerechnet, dass in Kigali viel auf den Straßen los ist um diese Zeit, sodass wir sehr lange gebraucht haben und dementsprechend auch spät waren. Der check in war geschlossen was erst mal ein Shock war. Wir dachten das ist jetzt ein schlechter Scherz und haben in dem Moment total die Panik geschoben. Erst wurde uns gesagt, dass man da nichts mehr machen kann und das Wiebke in Ruanda bleiben muss. Doch dann hat ein lieber Mann nach ganz oft bitte und weinen jemanden angerufen und Wiebke ist doch noch sicher nach Deutschland gekommen nur ohne ihr Gepäck, da das Check in ja schon geschlossen war. Zum Glück aber hat Laura gerade Besuch von ihren Eltern gehabt und sie konnten das Gepäck von Wiebke mit nach Deutschland nehmen. Noch mal Schwein gehabt…

Ich bin sehr froh das Wiebke hier war und mich besucht hat. Wir hatten zusammen eine tolle Zeit und es ist immer schön seine lieben aus Deutschland das Leben hier in Ruanda zu zeigen.

Nun bin ich wieder in der Schule und genieße jetzt noch die Zeit mit meinen Schülern und den Lehrern. Mir macht mein Projekt großen Spaß und da ich nicht mehr lange hier bin verbringe ich sehr viel Zeit in der Schule und mit meinen Freunden, die zum größten Teil auch meine Arbeitskollegen sind. Es ist so schön sich hier so etwas Großartiges aufgebaut zu haben und deswegen wird mir der Abschied umso schwerer fallen. Auch wenn ich mich auf Deutschland freue, werde ich das was ich hier erlebt und was es mit mir gemacht hat nie vergessen und vor allem die Leute vermissen die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Wahrscheinlich werde ich einer Kultur und einem Land nie wieder näher sein können. Ich hätte nie gedacht, dass Zugehörigkeit, Anpassung und ein Teil von dem Großen und Ganzen zu sein, einem so ein erfüllendes und schönes Gefühl geben kann.

Uns wurde mal auf einem Seminar der VEM gesagt, versucht nicht alles zu verändern, lasst euch verändern. Genau das wünsche ich euch auch, da man vieles nicht ändern kann und es auch nicht gut ist immer irgendwas verändern zu wollen. Wichtig ist es manchmal seine eigene Einstellung und sich selbst zu ändern um auch von anderen lernen zu können. Denn nur weil es anderes ist, ist es nicht schlecht.

Ich wünsch euch die liebsten Grüße aus Ruanda.

Eure Chantal Kleefmann Wink